„O wär im Februar doch auch,
Wie’s andrer Orten ist der Brauch,
Bei uns die Narrheit zünftig!
Denn wer, so lang das Jahr sich mißt,
Nicht einmal herzlich närrisch ist,
Wie wäre der zu andrer Frist
Wohl jemals ganz vernünftig.“

THEODOR STORM

 
 

Die Nächte im Februar sind noch lang – viel Zeit also, den Sternenhimmel zu bewundern: Castor, Pollux, Capella, Beteigeuze, Rigel, Aldebaran, Prokyon – und besonders Sirius, der im Februar die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Cassiopeia, das „Himmels-W“, sinkt, während sich die Große Bärin Große immer höher schiebt. Im Westen erinnern noch Perseus und Andromeda an vergangene Herbsttage. Die übrigen Herbstbilder sind untergegangen und auch das Wintersechseck (Capella, Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon und Pollux) hat sich deutlich nach Westen verschoben. Im Februar gibt es außerdem eine partielle Sonnenfinsternis.

 
 

Eklipsen-Saison!

Eine Eklipsen-Saison ist die einzige Zeit, in der Finsternisse (astronomisch) aufgrund der Neigung der Mondbahn auftreten können. Sie dauert ca. 36-38 Tage und tritt etwa alle sechs Monate auf, d.h. es gibt jedes Jahr zwei dieser Perioden. Diese Eklipsen-Saison dauert vom 16.01. bis 21.02. Während dieser Zeit manifestiert sich (astrologisch gesehen) das Thema der Finsternis besonders deutlich, sie zeigt sich besonders im Kollektiven. Und so betrifft eine Eklipsen-Saison uns alle – als Teil des Kollektivs – auch auf persönlicher Ebene (für „Astro-Profis“: über die transitierende Mondknotenachse in den Radix-Häusern). Während dieser Eklipsen-Saison fallen zwei Finsternisse an: eine ringförmige Sonnenfinsternis Ende Februar und eine totale Mondfinsternis Ende Januar.

 
 

Partielle Sonnenfinsternis am 15.02..

Diese Sonnenfinsternis kann man auf der ganzen Nordhalbkugel nicht sehen. Sie ist lediglich sichtbar in der Antarktis, der Südspitze Südamerikas und in Süd- und Westafrika.

Diese Sonnenfinsternis ist die 17. im Saros-Zyklus 150 (nach van den Bergh). Sie nahm am 24.08.1729 um 13.49 GMT am Südpol ihren Anfang (und endet am 29.09.2991 am Nordpol) und umfasst insgesamt 71 Sonnenfinsternisse. Sonnenfinsternisse, die zu einer Saros-Serie gehören (Sonnenfinsternisse einer Saros-Serie liegen immer 18 Jahre auseinander und tatsächlich findet die nächste Sonnenfinsternis dieser Saros-Serie am 27.02.2036 statt), „laufen“ auf der Erdoberfläche von Pol zu Pol.

Bernadette Brady weist in ihrem Buch „Lehrbuch der astrologischen Prognose“ darauf hin, dass es bei dieser Eklipsenfamilie um Ideen und deren enthusiastischen Ausdruck geht. Es mag sein, dass man eine gewisse Hast verspürt, aber wenn es gelingt, mit den neuen Ideen mitzuhalten, werden diese positive Ergebnisse zeitigen.

 
 

Die sichtbaren Planeten

 

MerkurMerkur, direktläufig hinter der Sonne, überholt sie am 17.02. (obere Konjunktion). Er hält sich also zusammen mit der Sonne am Taghimmel auf und bleibt nachts unbeobachtbar unter dem Horizont. Die Begegnung mit Neptun am 25.02. bleibt kann man ebenfalls nicht sehen (Merkur ist zu der Zeit unsichtbar und Neptun kann man generell mit bloßem Auge nicht sehen).

 

VenusVenus war am 09.01. in oberer Konjunktion mit der Sonne. Sie entfernt sich nur langsam von der Sonne. In der 2. Monatshälfte wird sie abends allmählich wieder sichtbar und ist ca. 30 Minuten in der Abenddämmerung zu sehen. Aber noch ist sie kein spektakulärer Himmelsanblick. Am 21.02. läuft Venus über Neptun her. Venus kann man sehen, Neptun (vgl. Merkur) jedoch nicht.

 

MarsMars, direktläufig im Sternbild (nicht Tierkreiszeichen!) Skorpion, wechselt am 08.02. in das Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus). Im Februar geht er morgens immer früher auf und wird auch deutlich heller. Er ist nun also heller als Antares, der hellen Stern im „Herzen des Skorpions“. Am 10.02. passiert Mars Antares. Nach Bernadette Brady eine Zeit, in der wir durch Inspiration oder Obsession angetrieben handeln und nicht den Mittelweg sehen. Am 01.02. läuft Mars über den Fixstern Acrab (β Scorpii) her.

 

JupiterJupiter, direktläufig im Sternbild Waage, wird im Februar langsamer und etwas heller. Im März wird er stationär (er scheint still zu stehen) und dann rückläufig. Am 07.02. besucht ihn der Mond und läuft unter ihm her. Der Mond ordnet sich also Jupiter unter. Am 08.02. nicht verpassen: Mond, Jupiter, Saturn und Mars sind gegen 6.00 MEZ im Südosten zusammen zu sehen.

 

SaturnSaturn, direktläufig im Sternbild Schütze, kann morgens im Südosten gesehen werden.

 
 
 
 
 
 

Der Fixsternhimmel

 

Norden

Im Nordosten steigt der sogenannte Große Wagen höher und höher, während das Sternbild Cassiopeia zum Horizont herabsinkt. Cassiopeia kann in unseren Breiten aber nie unter den Horizont sinken – das nennt man „zirkumpolar“ (sie kreisen um den Polarstern). Der Polarstern steht (scheinbar) still im Zentrum. Die sieben Sterne des Großen Wagens (Dubhe, Merak, Phecda, Megrez, Alioth, Alkaid und Mizar) sind Teil des Sternbildes Großer Bär (lat.: Ursa Maior). Für die nordamerikanischen Ureinwohner war der Wagen ein Bär und die Sterne der Deichsel die Jungbären, die ihrer Mutter nachtrollten (oder auch Jäger). Für die Kirgisen stellte der Wagen sieben Wölfe dar, während die Araber in dem Wagen einen Sarg sahen, hinter dem drei Klageweiber (die Deichsel) herliefen. Wenn man testen möchte, wie gut seine Augen sind, dann sollte man sich einmal die Deichsel des Großen Wagens (oder besser gesagt: den Schwanz der Großen Bärin) genauer anschauen: Mizar (der zweite Deichselstern) hat nämlich noch einen dunkleren Begleitstern: Alkor sitzt scheinbar auf Mizar, deshalb heißt er auch „Reiterlein“. Bereits vor Jahrtausenden bemerkte man Alkor. Wenn man Alkor und Mizar als zwei getrennte Sterne erkennen kann, hat man wirklich gute Augen! Beide Sterne sind prinzipiell hell genug für das menschliche Auge – sieht man aber nur flüchtig hin, verschmelzen beide zu einem.

Im Norden kann man im Februar noch die Sternbilder Kepheus, Drache und Kleiner Bär sehen, im Nordosten liegen die Jagdhunde, Bootes und das Haar der Berenike.

 
 

Osten

Im Osten, wo die Sterne und Planeten aufgehen, kündigt sich schon der kommende Frühling an: Die ersten Frühlingssternbilder (Jungfrau und Löwe) zeigen sich! Regulus, der Hauptstern des Löwen, kann man aufgrund seiner Helligkeit gar nicht übersehen. „Regulus“ heißt übersetzt „Kleiner König“. Aber schon die Babylonier schrieben Regulus königliche Eigenschaften zu.

Im Osten geht auch das Sternbild Becher (Crater) auf.

Zwischen dem Sternbild Löwe und dem Sternbild Zwillinge findet man im Südosten auch Krebs, der am Sternenhimmel aber nur schwer auszumachen ist. Mit bloßen Augen kann man im Krebs aber bei sehr guten Sichtbedingungen den offenen Sternhaufen Praesepe (Meissier 44; „Futterkrippe“) als schwachen Lichtfleck ausmachen. In der griechischen Mythologie hat der Krebs eine hübsche Nymphe so lange mit seinen Scheren fest, bis sie der liebestolle Zeus zu packen bekam. Der Göttervater dankte ihm für diese Tat, indem er ihn unter die Sterne versetzte und ihn damit unsterblich machte.

Am Südosthorizont schlängelt sich die Wasserschlange (Hydra) entlang. Ihr Kopf liegt etwas südlich des Sternbildes Krebs. Sie setzt sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammen und ist darum nur schwer zu erkennen. Die Wasserschlange ist weiblich und riesig lang. Sie ist das längste Sternbild und das einzige große Sternbild, das von den Astronomen nicht in kleinere zerstückelt wurde (wie z.B. das frühere Sternbild Argo, dass jetzt aus Achterdeck des Schiffes, Kiel des Schiffes, Segel des Schiffes und Taube besteht). Ihr Hauptstern Alphard (α Hydrae) ist gut zu erkennen, da er als einziger hellerer Stern in einer ansonsten an hellen Sternen armen Gegend liegt. Alphard ist das Herz der Wasserschlange. Die Wasserschlange ist ein sehr altes Sternbild, das schon die Mesopotamier kannten. Deswegen verwundert es auf einer symbolischen Ebene nicht, dass es bis vor ein paar Jahren die ältesten Sterne des Universums beheimatete. Diesen Rang wurde der weiblichen Hydra von Hydrus abgelaufen, der männlichen Wasserschlange. Hydrus liegt aber soweit im Süden, dass man ihn in Europa nicht sehen kann.

 
 

Süden

Hoch im Süden sieht man das Sternbild Zwillinge: Zwei Sternenketten symbolisieren die Körper und die Fixsterne Castor und Pollux sind deren Köpfe. In der griechischen Mythologie wurde Castor im Kampf getötet, Pollux war unsterblich. Aber nicht erst seit den Griechen werden hier Zwillinge verortet – schon die Babylonier sahen hier dasselbe. Um die Zwillinge herum liegen die Sternbilder Einhorn (lichtschwach und wenig spektakulär), Kleiner Hund, Orion, Stier, Fuhrmann, Luchs und Krebs.

Östlich von Orion und südlich von den Zwillingen liegt das Sternbild Kleiner Hund (Canis Minor) – ein kleines, aber feines Sternbild! Mit bloßem Auge fallen einem hier nur zwei Sterne auf: Prokyon und Gomeisa. In der griechischen Mythologie sind der Große und der Kleine Hund die Begleiter des Himmelsjägers Orion. Auch Orions Beute ist am Sternenhimmel zu seinen Füßen zu sehen: das Sternbild Hase. Nach einer anderen griechischen Sage ist dieses Sternbild der Hund von Ikarios, der den Weinbau einführte. Ikarios (nicht mit Ikarus verwechseln!) nahm Dionysos, den Gott des Weines, gastfreundlich auf. Dafür schenkte ihm Dionysos eine Weinrebe. So wurde Ikarios zum ersten Weinbauer Griechenlands. Überall wo er hinkam, spendierte Ikarios Wein. Etlichen Hirten stieg der Wein zu Kopf und sie glaubten, Ikarios wolle sie vergiften. Sie erschlugen und begruben ihn, seine Tochter Erigone suchte ihn überall und fand schließlich mit Hilfe der Hündin Maja sein Grab. Zeus versetzte alle Protagonisten an den Nachthimmel: Ikarios ist das Sternbild Bootes, Erigone das Sternbild Jungfrau, der Große Wagen ist Ikarios Weinkarren und die Hündin Maja ist das Sternbild Kleiner Hund. Schon die Babylonier sahen hier einen Hund, der vor Nässe trieft, weil er einen Fluss durchquert hat (die Milchstraße, an deren östlichen Ende der Kleine Hund liegt?). Der babylonische Name ist „Kakkab Paldara“, was so viel wie „Stern des Hundes, der das Wasser kreuzt“ bedeutet. Bei den Arabern bildeten die Hundssterne die Tatzen eines Löwen, zu dem auch Castor und Pollux, Krebs, Teile der Jungfrau, der Rabe und Arktur gehörten. In China hieß das Sternbild „Nan Ho“, der „südliche Fluss“, während man um 1627 im christlichen Sternbilderhimmel hier das Osterlamm zu erkennen glaubte. Als Orions zweiter Hund findet man manchmal die Bezeichnung Canis Orionis (Hund des Orion). Der Hauptstern des „Kleinen Hundes“ heißt Prokyon. Die Bezeichnung stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „der vorauslaufende Hund“. Gemeint ist, dass Prokyon wegen seiner nördlicheren Deklination immer vor dem strahlenden Sirius aufgeht. Prokyon ist ein sehr heller Stern, der gelblich leuchtet. Prokyon besitzt einen lichtschwachen Begleiter, der ihn einmal in 41 Jahren umkreist. Gomesia ist der zweithellste Stern im Kleinen Hund. Der Name dieses bläulich leuchtenden Sterns ist arabisch, die Bedeutung ist bislang aber noch nicht eindeutig geklärt.

Unterhalb des Kleinen Hundes funkelt bläulich-weiß der hellste Stern am Himmel – Sirius (im Sternbild Großer Hund, der im Februar kulminiert (d.h. er erreicht seine größte Höhe)). Da er in unseren Breiten aber nicht sehr weit über den Horizont klettern kann (ca. höchstens 23 Grad) und sein Licht ziemlich weit durch die Erdatmosphäre reisen muss, funkelt er in allen Farben. Die früheste (überlieferte) Erwähnung von Sirius (unter diesem Namen) findet sich im 7. Jahrhundert v. Chr. in Hesiods Lehrgedicht „Werke und Tage“. Er ist einer der symbolträchtigsten Sterne am Himmel und man findet seit prähistorischen Zeiten in den Mythen und Religionen zahlreicher Kulturen Bezüge auf ihn. Die Ägypter nannten ihn „Der Leuchtende“ oder „Der Versenger“. Das Jahr der Ägypter begann mit dem heliakischen Aufgang von Sirius (wenn er kurz vor der Sonne aufgeht). Historische und astronomische Rekonstruktionen belegen außerdem, dass sein heliakischer Aufgang am 22./23. Juni mit der jährlichen, lebensspendenden Nilflut im Delta um 2850 v. Chr. (und im südlichsten Ort Assuan um 2000 v. Chr.) zusammenfiel. So galt Sirius im 3. Jahrtausend v. Chr. als „Verkünder der Nilflut“. Er war auch mit der Göttin Isis gleichgesetzt. Die Babylonier und Assyrer nutzten Sirius gemäß den MUL.APIN-Tontafeln als Signalgeber zur Bestimmung der Schaltjahre. Bei den Griechen und Römern war Sirius mit Hitze, Feuer und Fieber assoziiert. Die Römer nannten die heißeste Zeit des Jahres (vom frühen Juli bis Mitte August) die „Hundstage“ (lat. „dies caniculares“, „Tage des Hundssterns“). Im deutschen Volksglauben galten die Hundstage ab dem 15. Jahrhundert als Unglückszeit. Bei den Griechen war Sirius der Wegbereiter der Tollwut. Auch bei vielen nordamerikanischen Volksstämmen wird Sirius mit Hunden oder Wölfen assoziiert: Z.B. bei den Cherokee sind Sirius und Antares die Hundssterne, welche die Enden des „Pfades der Seelen“ (Milchstraße) bewachen: Sirius das östliche Ende am Winterhimmel, Antares das westliche Ende am Sommerhimmel. Eine aus der Welt scheidende Seele musste genug Futter bei sich tragen, um beide Hunde zu besänftigen, wenn sie nicht ewig auf dem Pfad der Seelen herumirren wollte. Bei den Chinesen bildeten die Sterne der heutigen Konstellationen „Achterdeck“ und „Großer Hund“ ein Pfeil und Bogen darstellendes Sternbild. Dieser Pfeil zielte direkt auf den „Himmelswolf“, nämlich Sirius. Wegen seiner überragenden mythologischen Bedeutung markiert Sirius – astrologisch gesehen – große Taten. Er zeigt an, dass das Irdisch-Weltliche heilig werden kann. Dieser Stern ist eine „Energieexplosion“, die das Persönliche verbrennen kann, die aber hilft, Dinge zu erreichen, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte.

 
 

Westen

Im Westen verschwinden Eridanus und Walfisch von der nächtlichen Bühne. Im Nordwesten sieht man die Sternbilder Fische, Dreieck und Andromeda, die Tochter von König Kepheus und Königin Cassiopeia. Am Firmament – nahe dem Zentrum (dem Polarstern) – finden wir also die gesamte königliche Familie versammelt.

 
 

1. Februar 2018
23.00 MEZ, 50 Grad Nord
  

erstellt mit „Starlight“ | Zyntara.com

 

15. Februar 2018
22.00 MEZ, 50 Grad Nord

erstellt mit „Starlight“ | Zyntara.com

 

Erklärungen zur Sternkarte>