Fixstern-Astrologie: Parane und Projektion

Fixsterne-Parans-Projetion

 

Wenn Sie schon einmal zum Himmel hochgeschaut haben und dort das Firmament voller Sterne gesehen haben, werden Sie wissen, dass die Sterne den ganzen Himmel ausfüllen – von Pol zu Pol. Sie sind nicht – wie die Planeten – an die Sonne gebunden, liegen meist nicht auf der Ekliptik (der gedachten Bahn der Sonne um die Erde).

Bei der gängigen astrologischen Methode, mit Fixsternen zu arbeiten, werden die Sterne auf die Ekliptik projiziert (ekliptikale Länge). Die ekliptikale Breite (der Abstand eines Sterns von der Ekliptik) wird völlig ignoriert. Das impliziert, dass alle Fixsterne – wie Perlen auf einer Schnur – auf dem Band der Ekliptik liegen. So kommt es zu so abwegigen Aussagen wie „Sirius ist in Konjunktion mit meiner Sonne“. Das macht genauso viel Sinn, als würde man sagen, dass Berlin (13 Grad 24 Min. östliche Länge) am gleichen Ort auf dem Globus liegt wie Garoua, die drittgrößte Stadt Kameruns (ebenfalls 13 Grad 24 Min. östliche Länge). Tatsächlich ist Sirius aber  40 Grad von der Sonne entfernt. Eine Konjunktion mit der Sonne ist also nie möglich.

Projektion-Fixsterne-Astrol

Grafik: Christian König, erstellt mit „Starlight“ | Zyntara.com

Was sind Fixsterne? Sie sind weit mehr als nur ein Gradbereich auf der Ekliptik. Sie sind eigene Sonnen, z.T. mit eigenen Planetensystemen. Die Methode der Projektion auf die Ekliptik macht nur bei Fixsternen Sinn, die sehr nahe oder auf der Ekliptik liegen (wie z.B. Regulus).

 

Was sind Parane?

Parane sind visuell einfach zu beobachten. Wenn Sie nach draußen gehen, um den Himmel zu beobachten, und Sie bemerken, dass ein heller Stern untergeht und z.B. Venus gerade am höchsten steht, dann haben Sie mit eigenen Augen ein Paran bemerkt.

Parane leiten sich also von der unmittelbaren Himmelsbeobachtung ab. Weil sie aber auch von der geographischen Breite abhängen, können sie nicht auf eine kleine, übersichtliche Liste von Tierkreis-Graden reduziert werden. Parane gehören in die sichtbare, in die visuelle Welt. Da ein ganzer Tag beobachtet wird, kann man Parans auch bei unbekannter Geburtszeit berechnen.

Der Aufenthaltsort kann durch zwei Kreise beschrieben werden: einen horizontalen und einen vertikalen Kreis:

Ortsmeridian-Horizont

Grafik: Christian König

Der horizontale Kreis: die 360° des Horizonts (die grüne Ebene in der Abb. oben und der gelbe und grüne Halbkreis in der Abb. unten). Befindet sich ein Stern/Planet auf dem gelben Halbkreis (vgl. Abb. unten), geht er auf (im Osten geht die Sonne auf). Befindet sich ein Stern/Planet auf dem grünen Halbkreis (vgl. Abb. unten), geht er unter (im Westen geht die Sonne unter).

Der vertikale Kreis: der Kreis, der von Nord nach Süd verläuft, dabei den Zenit oberhalb des Horizontes und auf der unteren Seite der Erde den tiefsten Punkt (Nadir) schneidet (der sogenannte Orts-Meridian; der rote Kreis in der Abb. oben und blauer und roter Halbkreis in der Abb. unten): Befindet sich ein Stern/Planet auf dem Orts-Meridian-Halbkreis über dem Horizont (der blaue Halbkreis in der Abbildung unten) ist er in „oberer Kulmination“. Befindet sich ein Stern/Planet auf dem Halbkreis unter dem Horizont (der roter Halbkreis in der Abbildung unten) ist er in „unterer Kulmination“.

Ortsmeridian-Horizont-4-HalbkreiseGrafik: Christian König

Planeten und Sterne befinden sich miteinander in Paran, wenn …

1. … sie beide gleichzeitig den Horizont berühren (Abb. 1).
2. … sie beide gleichzeitig den Ortsmeridian berühren (Abb. 2).
3. … sie gleichzeitig Horizont oder Ortsmeridian berühren (Abb. 3 & 4).

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Grafik: Christian König

 

Ein Planet, der in einer Paran-Beziehung mit einemStern steht, wird – neben der „normalen“ astrologischen Bedeutung, die er durch Aspekte, Zeichen- und Häuser-Stellung im Horoskop erhält, auch durch diesen Stern ganz besonders betont.

Die meisten Menschen haben ca. 12 – 18 Planeten-Fixstern-Parane. Natürlich gibt es auch Parane zwischen zwei Planeten.