Jupiter besucht den Fixstern Wasat

Written by on Mai 20th, 2014 // Filed under Jupiter, Sternenhimmel, Visual Astrology

Wasat-Jupiter

Grafik: „Starlight“-Software | Zyntara

Um den 23.05.14 (Freitag) besucht Jupiter den Fixstern Wasat – und diese Konjunktion kann man abends am Sternenhimmel beobachten. Wasat liegt ziemlich genau auf der Ekliptik bei 18 – 19 Grad Krebs (tropischer Tierkreis). Jeder Planet/jedes Licht dort bildet eine Konjunktion mit Wasat. Der Name Wasat bedeutet „Mitte“ (von arab. wasat as-sama) – welche Mitte hier gemeint ist, weiß man nicht: die Mitte des Sternbildes Zwillinge? Die Mitte des Himmels? Oder ist das benachbarte Sternbild Orion gemeint (die Araber bezeichneten Orion als „den in der Mitte Gelegenen“)? In Ptolemäus Sternenkatalog aus seinem astronomischen Buch „Almagest“ wird Wasat als „Der Stern im linken Hoden des östlichen Zwillings, Pollux“ geführt, weil Wasat genau auf Pollux Hoden liegt. So ist Wasat ein Stern großer Fruchtbarkeit und Fertilität, ein Ort größer (Yang-) Kreativität.

Am 18.02.1930 wurde Pluto durch Clyde Tombaugh entdeckt – in genauer Konjunktion mit Wasat. Plutos Bewegung durch den Tierkreis verläuft nicht genau parallel zur Ekliptik. Bei Wasat schneidet Pluto die Ekliptik – hatte er vorher südliche Breite (ekliptikale Breite, nicht Deklination!), bekommt er nun nördliche Breite (im Oktober 2018 schneidet Pluto die Ekliptik bei 19 Grad Steinbock (im Sternbild Schütze): Er „taucht wieder unter“. Hatte er vorher nördliche Breite (ekliptikale Breite), bekommt er nun wieder südliche Breite. Zuletzt befand sich Pluto im Dezember 1770 hier, als James Cook in Australien landete. Genau an dieser Stelle – im fliegenden Cape des Bogenschützens – liegt der unbenannte Stern HR 7327 (HIP 95077), ein weißer Riesenstern und ist 180,53 Lichtjahre von der Erde entfernt). Pluto taucht also bei Wasat „von unten auf“, schneidet die Ekliptik und „erhebt sich“ über sie. Deswegen ist Wasat ein Übergangspunkt, ein „Wendepunkt“, ein „Tipping-Point“ (Chaos-Theorie), ein Platz, wo die Welt sich wendet, ein Platz, wo etwas von unten nach oben kommt. Charakterisiert das eine Zeit, in der ein neues Konzept im kollektiven Bewusstsein auftaucht?