Himmlische Weihnachtsgrüße: Sternschnuppen-Nächte!

Written by on Dezember 6th, 2015 // Filed under Astronomie, Sternenhimmel

SternschnuppenFoto: Christian König

Es ist mal wieder Zeit für Wünsche: Vom 07.12. – 17.12. taucht der Sternschnuppenstrom der Geminiden auf. Er heißt so, weil er aus dem Sternbild Zwillinge zu kommen scheint, nahe bei den hellen Sternen Castor und Pollux. Als Verursacher gilt der Asteroid Phaeton. Der Anstieg zum Sternschnuppen-Maximum am 14.12. erfolgt ziemlich langsam über mehrere Tage hinweg, der Abfall ist dann aber recht rasant. Da Castor und Pollux Mitte Dezember der Sonne gegenüberstehen und der Sternschnuppen-Höhepunkt um Mitternacht erreicht wird, lassen sich die Geminiden sehr gut in den Abendstunden beobachten. Die ganze Nacht lang ist mit hellen, gelblich-weißen Sternschnuppen zu rechnen. Die Zahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Quantität sagt ja nichts über die Qualität aus: die hellsten Meteore erscheinen erst nach dem Maximum am 14.12. um 19.00 MEZ, davor dominieren schwächere Sternschnuppen. Zu dieser Zeit ist es bei uns bereits dunkel. Da der Mond nur 3 Tage nach Neumond zum einen früh untergeht und zum anderen wegen seines geringen Lichtes nicht stört, dürfen wir uns 2015 wohl auf einen beeindruckenden Geminiden-Abend mit nahezu optimalen Bedingungen freuen!

GeminidenGrafik: „Starlight“-Software | Zyntara

Und noch einen zweiten, weniger spektakuläreren Sternschnuppenstrom erhalten wir im Dezember – quasi ein himmlischer Weihnachtsgruß. Er ist vom 17.12. bis zum 26.12. zu beobachten. Weil die Sternschnuppen aus der Gegend um den Kleinen Bären (nahe beim Fixstern Kochab) zu kommen scheinen, nennt man sie Ursiden (lat. „Ursus“, Bär). Das Maximum wird in der Nacht vom 22.12. auf den 23.12. (gegen 3.30 MEZ) erwartet. Aber: der fast volle Mond ist noch zu sehen und stört die Beobachtung der meist lichtschwachen Sternschnuppen. Die besten Chancen hat man deswegen nach Untergang des Mondes und vor Beginn der Morgendämmerung (etwa zwischen 05.45 und 06.30 Uhr MEZ). 2015 scheint deswegen wohl kein besonders gutes Ursiden-Jahr zu werden …

UrsidenGrafik: „Starlight“-Software | Zyntara

Mit jeder Sternschnuppe geht ein Wunsch in Erfüllung – vorausgesetzt, man verrät ihn nicht. Woher dieser jahrhundertealte Glaube kommt, ist unbekannt. Vielleicht, weil die Menschen in den Sternen göttliche Lichtfunken am dunklen Firmament sahen? In den Sternschnuppen, die über den nachtblauen Himmel zogen, sah man früher Dochte, die den Engeln beim Putzen der himmlischen Kerzen heruntergefallen waren – und so wusste man, dass ein Engel in der Nähe ist, wenn man bei einer Sternschnuppe einen Wunsch nach oben schickte.

Doch nicht überall stehen Sternschnuppen für Positives. Für die Ureinwohner auf den Andamanen-Inseln im Indischen Ozean sind sie Fackeln, mit denen böse Geister Menschenjagd machen. Bei den Mongolen sind Sternschnuppen die Seelen der Verstorbenen auf ihrer Reise ins Jenseits.

Nüchtern wissenschaftlich betrachtet, haben Sternschnuppen natürlich nichts mit himmlischen Kerzen oder Geistern zu tun. Die Meteorströme sind eine Staubspur, die der Asteroid Phaeton (Geminiden) bzw. der Komet 8P/Tuttle hinterlassen haben. Winzige Bruchstücke des Asteroiden/Kometen sorgen für das nächtliche Funkeln. Wenn die Staubteilchen mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre der Erde rasen, beginnen die Luftmoleküle zu leuchten und zu verglühen.
Die Chancen, dass sich der Wunsch erfüllt, sind tatsächlich gut. Warum? Ganz einfach: Wer einen Wunsch formulieren kann – kurz und knackig – der weiß, was ihm am Herzen liegt und tut vielleicht (unbewusst) einiges dafür, dass sein Wunsch sich erfüllt. Denn: wer möchte schon einer Sternschnuppe im Wege stehen?!

Ich wünsche Ihnen viele Sternschnuppen und viele Wünsche, die sich dann ganz bestimmt erfüllen mögen!

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